{"id":468,"date":"2013-04-04T08:42:44","date_gmt":"2013-04-04T08:42:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.linnich-apotheke.de\/wp-cms\/?p=468"},"modified":"2013-04-04T08:42:44","modified_gmt":"2013-04-04T08:42:44","slug":"adhs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.linnich-apotheke.de\/wp-cms\/adhs\/","title":{"rendered":"ADHS"},"content":{"rendered":"<p>Eines der am h\u00e4ufigsten diskutierten Krankheitsbilder im Kindes- und Jugenalter ist die Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung, auch bekannt unter der Abk\u00fcrzung ADHS. Liegt keine Hyperaktivit\u00e4t vor, spricht man von der Aufmerksamkeitsdefizit-St\u00f6rung (ADS). Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund f\u00fcnf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter ADHS leiden, bei weiteren f\u00fcnf Prozent liegen Hinweise auf eine ADS vor. Jungen sind neunmal h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BESCHWERDEN:<\/strong>Kinder, die unter ADHS leiden, entwickeln die F\u00e4higkeit zur Selbststeuerung sehr viel schwerer als andere Kinder. Die St\u00f6rungen treten vor allem in diesen Bereichen auf:<strong><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Aufmerksamkeits- und Konzentrationsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Ausgepr\u00e4gter Bewegungsdrang (Hyperaktivit\u00e4t)<\/li>\n<li>Un\u00fcberlegtes, impulsives Handeln<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>S\u00e4uglinge und Kleinkinder:<\/strong> Die Kinder sind unausgeglichen und werden als &#8222;Schreibabys&#8220; beschrieben. Sie fallen z. B. durch Schlaf- und Essprobleme auf.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kindergarten- und Grundschulkinder:<\/strong> Das Kind ist immer &#8222;auf Achse&#8220;: Es rutscht auf dem Stuhl herum, steht einfach auf, wenn sitzen gefordert ist, oder klettert unkontrolliert \u00fcber Tische und St\u00fchle. Einem ADHS-Kind fehlt es an Ausdauer beim Erledigen von Schularbeiten. Es ist leicht ablenkbar und macht viele Fl\u00fcchtigkeitsfehler. Die Kinder werden schnell w\u00fctend und schlie\u00dfen durch ihr j\u00e4hzorniges Verhalten nur schwer Freundschaften. Auch gegen\u00fcber Erwachsenen ist das Verhalten trotzig und aggressiv.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Jugendliche: <\/strong>Mit Beginn der Pubert\u00e4t nehmen die Symptome der ADHS bei einem gro\u00dfen Teil der betroffenen Kinder ab. Vor allem die Hyperaktivit\u00e4t ist kaum noch auff\u00e4llig. Einige Jugendliche leiden jedoch weiterhin an Impulsivit\u00e4t und Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen. Dies zeigt sich durch problematische Schulleistungen, aggressives Verhalten sowie Missachtung sozialer Normen und Gewalt\u00e4tigkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unbehandelt wirkt sich ADHS negativ auf die Entwicklung des Kindes aus. Sein schulisches Fortkommen ist gef\u00e4hrdet, aber auch die Entwickling einer gesunden Psyche. H\u00e4ufige Begleiterscheinungen von ADHS sind Lese- und Rechtschreibschw\u00e4che (Legasthenie) und\/oder Rechenschw\u00e4che. Doch nicht nur die hyperaktiven, lauten Wilden haben Probleme auf ihrem Entwicklungsweg, sondern auch die ruhigen vertr\u00e4umten Kinder. F\u00fcr dieses Verhalten wird der Fachbegriff ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-St\u00f6rung) genutzt. Denn die Erkrankung tritt ohne das Symptom der Hyperaktivit\u00e4t auf. Besonders bei M\u00e4dchen wird h\u00e4ufiger eine Aufmerksamkeitsdefizit-St\u00f6rung (ADS) diagnostiziert.<\/p>\n<p><strong>URSACHEN:<\/strong> Die genaue Ursache der ADHS ist bisher nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Forscher gehen davon aus, dass neurobiologische und psychosoziale Faktoren zusammen die Erkrankung ausl\u00f6sen. Die neurobiologischen Ver\u00e4nderungen betreffen vor allem den verminderten Botenstoff Dopamin im Gehirn, der f\u00fcr koordinierte Bewegungen, emotionale Steuerung und zielgerichtete Aufmerksamkeit veratwortlich ist. Bei ADHS ist zu wenig Dopamin vorhanden.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit sind Erbfaktoren am Auftreten der Krankheit beteiligt. Diskutiert wird auch, ob Nachrungsmittel das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn ausl\u00f6sen und damit zu ADHS f\u00fchren. Es hat sich gezeigt, dass unterschiedliche Nahrungsmittel bei 5-10 Prozent der ADHS-Kinder die Symptome verschlechtern. Auch die famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Bedingungen, in denen die Kinder aufwachsen, haben einen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung.<\/p>\n<p><strong>WANN ZUM ARZT: <\/strong>Bei Verdacht auf ADHS sollte das Kind einem Arzt vorgestellt werden, m\u00f6glichst einem auf ADHS spezialisierten Kinder- und Jugendarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater. Erst nach sorgf\u00e4ltiger Diagnose wird dieser \u00fcber die notwendige Therapie entscheiden, wozu nicht in jedem Fall Medikamente geh\u00f6ren. F\u00fcr viele ADHS-Kinder sind sie jedoch eine gro\u00dfe Hilfe, weil sie dadurch in die Lage versetzt werden, sich schulisch und sozial weitestgehend normal zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>BEHANDLUNG:<\/strong> Das &#8222;multimodale Behandlungskonzept&#8220; umfasst psychotherapeutische und p\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen und bezieht Eltern, Angeh\u00f6rige sowie weitere Bezugspersonen sowie psychotherapeutische und p\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen mit ein. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Kindergarten oder Schule sehr wichtig. ADHS-Kinder zeigen ganz unterschiedliche Symptome, Schweregrade und Begleitst\u00f6rungen. Deshalb erstellt der Arzt einen individuellen Behandlungsplan.<\/p>\n<p>In der medikament\u00f6sen Therapie werden vor allem die Wirkstoffe Mehtylphenidat und Atomoxetin eingesetzt. Beide Medikamente d\u00fcrfen Kinder erst ab dem sechsten Lebensjahr einnehmen. Generell gilt: Erst wenn die Diagnose ADHS gesichert ist, sollten diese Medikamente eingenommen werden. Die Entscheidung \u00fcber die Notwenigkeit einer medikament\u00f6sen Therapie trifft der behandelnde Arzt. Wichtig zu wissen: Nicht jedes Kind mit ADHS ben\u00f6tigt eine Behandlung mit Medikamenten.<\/p>\n<p>Die Wirksamkeit von Di\u00e4ten konnte in den meisten Studien nicht nachgewisen werden. Etwas 5-10 Prozent der Kinder profitieren von der sogenannten &#8222;oligo-antigenen Di\u00e4t&#8220; (siehe Kasten). Diese Ern\u00e4hrungsform ist jedoch sehr aufwendig und fordert von Kindern und Eltern viel Disziplin.<\/p>\n<p><strong>WAS SIE SONST NOCH TUN K\u00d6NNEN:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kinder brauchen einen geordneten Tagesablauf: feste Zeiten f\u00fcr Mahlzeiten, Hausaufgaben und zum Spielen. Ganz wichtig ist die positive R\u00fcckmeldung und Anerkennung schon bei kleinen Erfolgen.<\/li>\n<li>K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t ist bei ADHS besonders wichtig: Austoben, beispielsweise auf dem Fu\u00dfballplatz, mindert innere Unruhe und Aggressionen. Au\u00dferdem tr\u00e4gt Sport (besonders Mannschaftssport) dazu bei, dass Kinder lernen, feste Regeln zu beachten und auf andere R\u00fccksicht zu nehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>WEB-TIPP: adhs-deutschland.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Springer Medizin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der am h\u00e4ufigsten diskutierten Krankheitsbilder im Kindes- und Jugenalter ist die Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung, auch bekannt unter der Abk\u00fcrzung ADHS. Liegt keine Hyperaktivit\u00e4t vor, spricht man von der Aufmerksamkeitsdefizit-St\u00f6rung (ADS). 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